der-hobbit-3-poster-03_articleDer kleine Hobbit ist endlich am Ende seiner Reise. Mit dem dritten Teil dieses insgesamt fast zehn Stunden langen cineastischen Epos, gibt es den wohlverdienten Ausgang einer langen, spannenden, gefährlichen und vor allem bildgewaltigen Reise für Bilbo Beutlin. Er ist am Ende wohl behalten im Auenland zurück gekehrt. Das wussten wir ja schon vorher. Zumindest all jene, die das Buch zuvor mal gelesen haben. Und so manch einer denkt sich vermutlich auch, er wäre da besser auch mal geblieben. Denn schon nach dem ersten Teil dieser Kino-Trilogie (Eine unerwartete Reise), war klar, hier geht es nicht wirklich um eine konkrete Umsetzung einer Buchvorlage, im Grunde nur ein schmales, kleines Kinderbuch, sondern eher um einen würdigen Prolog zu Peter Jacksons “Herr der Ringe”. Dies ist leider überhaupt nicht gelungen.

Zwei Dinge fallen auf:
In den drei Teilen zu “Herr der Ringe” bemühte man sich doch noch sehr um eine gewisse Ernsthaftigkeit, um die Stimmung, das Feeling für das wirklich Böse, um dem großen Thema Tolkiens halbwegs gerecht zu werden. Witz und Humor, fanden zwar zur allgemeinen Auflockerung auch hier und da ihren Weg auf die Leinwand; im “Der Hobbit” ist der wohl kalkulierte Klamauk aber schon seit dem ersten Teil Bestandteil wohl inszenierter komödiantischer Einlagen, die so gar nicht recht passen wollen, zu Themen wie Ehre, Blut und Boden und eine freies Auenland.

Des Weiteren fällt bei diesen drei Teilen “Der Hobbit” auf, das man sich anscheinend in Sachen Tricktechnik nun dann doch leider vom Modellbau generell verabschiedet hat und man die komplette Fantasy-Filmwelt jetzt doch lieber am Computer konstruieren lässt. Das sieht man eben dann doch, hier und da. “Der Herr der Ringe”, auch wenn eben nun schon deutlich älter, wirkt in weiten Teilen natürlicher, kompletter, und in jeder Hinsicht als Ganzes glaubwürdiger, als eine eben jene neue …
Aber, die Reise geht ja weiter.

safe_imageDieses Buch ist schon recht ungewöhnlich! Denn es ist eine zeitgleich verlaufende Doppelbiografie zweier Protagonisten, welche nicht unterschiedlicher sein könnten. Der Eine, ein deutscher Jude (Hanns), der angesichts des aufkommenden Antisemitismus in Deutschland, Ende der 1930er Jahre, samt seiner hoch angesehenen Familie mit wohlbedachten Auswanderungen entgegnete, dann auch teils, in Nacht und Nebelaktion, überstürzt verlassen mussten; der andere (Rudolf), aus ärmlichen, bürgerlichen Verhältnissen stammend, machte Karriere im dritten Reich, in der SS, und stieg zum Lagerkommandanten von Auschwitz auf – eben, Rudolf Höß.

Am Ende dieses Buches, und dies ist das Ende in jeder Hinsicht, treffen beide Protagonisten aufeinander. Mehr oder weniger ungewollt, aber vielleicht vom Schicksal vorherbestimmt. Der Eine wird letztendlich auf blutversifftem Boden und mit größtmöglicher Schuld beladen seinem Henker zu geführt, der Andere, sein unermütlicher Häscher, der Hanns, nie wieder zurückkehren. Schuld und Sühne! Was ein unsäglicher Abgrund, was ein dunkles Kapitel.

1250413Ein Kind, geboren ohne Arme und ohne Beine – eben nur ein Rumpf; von seiner leiblichen Mutter angesichts dieser sichtbaren Defizite ausgesetzt, plant, nachdem er die Wirren seiner Kindheit, in Obhut seiner überaus fragwürdig, bigotten Zieheltern überstanden hat, aus reiner Bosheit und Rache an der Welt, den perfekten Mord. Und dies ausgerechnet in einer Behindertenanstalt, in dem man ihm anscheinend nur Gutes will. Oder auch nicht!

Wie kommt man auf so ein Thema?

Was eine höchst gemeine und wohl sinnreich konstruierte Geschichte; was eine tiefschwarze Groteske, beschrieben in einer überaus derb daher kommenden Sprachwelt, die jeden geschultem Germanisten wohl die Kinnlade abwärts fahren lässt und dann komplett in den Wahnsinn treiben würde. So isser, der Akif – der Pirincci. Hoch unterhaltsam … bissig, gemein, … wie immer eben: “von Sinnen”.